Allgemein

Sinnvoller Schutz vor Deflation

Veröffentlicht

FinanzstrudelGeld ist komplizierter, als viele denken. Jeder gebraucht es, aber kaum jemand versteht es. Unter namhaften Wirtschaftswissenschaftlern gibt es nicht nur unterschiedliche, sondern auch extrem gegenteilige Auffassungen. Kaum hatte die Krise der Finanzmärkte begonnen, waren die meisten Ökonomen fest davon überzeugt, dass das „billige Geld“ der amerikanischen Zentralbank die Krise verursacht hat.

Als die Krise jedoch in voller Stärke ausbrach, machten fast alle Zentralbanken der Welt das Geld noch billiger. Wie aber kann ein Faktor, der für die Krise verantwortlich ist, auch gleichzeitig der entscheidende Schritt zu ihrer Lösung sein?

Als das Geld vor fünf Jahren weltweit schon so billig war wie nie zuvor, sagten die meisten Ökonomen eine baldige Inflationsbeschleunigung für die Gesamtwirtschaft voraus. Drei von ihnen wurden  von „Die Zeit“ interviewt, warum ihre Inflationsvoraussagen noch nicht eingetreten sind.

Ein kurzer Auszug aus  Prof. Polleits Antwort: 

„Die Europäische Zentralbank (EZB) hat seit Anfang 2008 die Euro-Zahlungsmittelmenge (die sogenannte Geldmenge M1, also Bargeld und kurzfristig verfügbare Bankguthaben) um sage und schreibe 51 Prozent vergrößert – obwohl die Wirtschaftsleistung im Euro-Raum um 2 Prozent geschrumpft ist. Die Lebenshaltungskosten sind dagegen „nur“ um 9 Prozent angestiegen. Doch diese Zahl zeigt nicht die wahre Inflation. Die Inflation, für die die EZB bisher gesorgt hat, taucht in der amtlichen Statistik nicht auf.

Drei Beispiele: Von Anfang 2008 bis heute sind die Häuserpreise in Deutschland um 28 Prozent, der deutsche Aktienmarkt um mehr als 48 Prozent und die Preise für zehnjährige deutsche Staatsanleihen um 47 Prozent gestiegen. 

Diese „Bestandsgüterpreisinflation“ wird früher oder später auch die Konsumentenpreise erfassen…  Die EZB sorgt für eine nie da gewesene Geldschwemme. Sie kauft Staatsanleihen im großen Stil und gibt dafür neue Euros aus. Man muss geschichtsvergessen oder ein quacksalberischer Ökonom sein, um nicht zu erkennen, dass das die Kaufkraft des Euro ruiniert.” 

Der frühere Chefvolkswirt der Deutschen Bank, Thomas Mayer, beantwortete die Frage nach der angeblich ausgebliebenen Inflation wie folgt (kurzer Auszug): 

“Vor fünf Jahren habe ich eine jährliche Inflation von fünf Prozent in fünf Jahren vorhergesagt. Doch die Banken haben nicht genügend Kredite vergeben, um das für diese Inflation notwendige Geld zu schaffen. Auch den Zentralbanken ist es nicht gelungen, das Kreditwachstum entsprechend anzuschieben, obwohl sie die Zinsen auf nie da gewesene Tiefstände gesenkt und selbst massiv Kredite vergeben haben… 

Aber mit der Inflation verhält es sich wie mit Ketchup: Am Ende hat man davon mehr auf dem Teller, als man wollte.” 

Die vollständigen Interviews können Sie hier lesen!

Kommt die Inflation?

Darüber streiten viele Ökonomen. Wer die Entwicklung aufmerksam beobachtet, kann nur zum Schluss kommen: Die Inflation ist längst da!cropped-500-euro-brennen-80.jpg Viele Menschen setzen Inflation fälschlicherweise mit steigenden Konsumentenpreisen gleich. Deshalb können Sie die Inflation nicht erkennen.

Das lateinische Wort „inflatio“ bedeutet „das Aufblähen“. Inflation bedeutet: das Aufblähen der Geldmenge. Man darf „Inflation“ nicht mit „Preisanstieg” übersetzen. Dann würde nämlich der wirtschaftliche Zusammenhang zwischen Ursache und Wirkung völlig auf den Kopf gestellt. Eine aufgeblähte Geldmenge ist  immer die Voraussetzung dafür, dass es überhaupt zu einem anhaltenden allgemeinen Preisanstieg kommen kann. Die Inflation, und zwar der Geldmenge, ist also immer die Ursache, der Preisanstieg ist nur eine mögliche Wirkung.

Merke: Steigende Preise sind ein Symptom von Inflation, nicht aber Inflation selbst. 

Seit Jahrzehnten sind die Geldmengen in den meisten Industrieländern um einiges stärker gewachsen als die Wirtschaftstätigkeit. Der Geldüberhang ist enorm, da im Verhältnis zur realen Wirtschaft viel zu viel Geld in Umlauf ist. Die Inflation ist also längst da. Ein Symptom ist, dass wir in den letzten Jahren, wie es oben Prof. Polleit beschrieb, stark steigende Preise bei den Vermögenswerten Aktien, Anleihen und Immobilien beobachten konnten. Das liegt daran, dass die überschüssigen Geldmassen bisher hauptsächlich an den Finanzmärkten zirkulieren und nicht in die reale Wirtschaft fließen. Dies könnte sogar noch länger so bleiben, falls die  Geschäftsbanken nicht genügend Kredite vergeben.

Wenn die Zentralbank die Geldmenge ausweitet, in dem sie das neu geschaffene Geld den Banken zur Verfügung stellt, heißt das noch lange nicht, dass dieses Geld von den Banken an die Bankkunden weiterfließt.

Wir haben ein zweistufiges Geldsystem

Die erste Stufe führt von der Zentralbank zu den Banken, die zweite Stufe von den Banken zu uns. Das sind zwei getrennte Geldkreisläufe. Zum einen gibt es den Publikumskreislauf  von Giralgeld. Das sind die Guthaben auf den Konten.  Dann gibt es noch den Interbanken-kreislauf mit Zentralbankgeld, den sogenannten Reserven. „Zentralbankgeld“ umfasst unser Bargeld und auch die Guthaben der Geschäftsbanken bei der Zentralbank.

Zentralbankgeld ist echtes Geld, also gesetzliches Zahlungsmittel. Giralgeld, also unser Gut-haben bei der Bank, ist kein gesetzliches Zahlungsmittel. Es ist ein  Versprechen der Bank, das betreffende Guthaben auf Verlangen, in Bargeld auszuzahlen. Wenn viele Bankkunden gleichzeitig Bargeld wollen, „brechen die Banken zusammen“. Denn es gibt gar nicht so viel gesetzliches Zahlungsmittel, wie die Banken an Giralgeld geschaffen haben.

Deflation kann man nur erkennen, wenn man das Geldsystem versteht 

Deshalb ein  kurzer Exkurs: Die Banknoten werden von der Zentralbank ausgegeben. Die Guthaben auf den Girokonten werden von den Banken frei geschöpft, und zwar in dem Moment, in dem diese, Kredite vergeben. Geld entsteht buchstäblich aus dem Nichts, was viele Leute sehr wundert, weil dieses eigentliche Bankgeheimnis wohlweislich in keinem Schulbuch zu finden ist.

Beispiel: Sie nutzen einen Überziehungskredit

Das Geld entsteht in der Sekunde, in der Sie den Kredit bei Ihrer Bank in Anspruch nehmen. In diesem Moment haben Sie, mit  Einwilligung der Bank, neues Geld geschöpft und die Geldmenge erhöht. Sobald Sie den Kredit zurückzahlen, schrumpft die Geldmenge wieder.

Wenn die Banken das Geld erschaffen – wie wird die Geldmenge kontrolliert?

Niemand hat heute die Geldmenge unter Kontrolle. Sie ergibt sich aus den Krediten, die die einzelnen Banken vergeben. In wirtschaftlich guten Zeiten schöpfen die Banken oft viel zu viel Geld, in schlechten Zeiten weniger.

Die Geldmenge steigt stärker als das Wirtschaftswachstum 

images 2In den Jahren vor der Finanzkrise gab es nur ein geringes Wirtschaftswachstum, aber trotzdem explodierte die Geldmenge in fast allen Industrieländern. Laut Deutscher  Bundesbank nahm die umlaufende Geldmenge M1 zwischen 1992 und 2008 um 189 Prozent zu. Damit wuchs die reale Geldmenge fast viermal stärker als das BIP.

 

Ein großer Teil des zusätzlichen Geldes wurde nicht benutzt, um reale Güter zu kaufen. Wo ist es dann geblieben? 

Es wurden Spekulationsblasen rund um den Globus finanziert. Ob Wertpapiere oder Immobilien – immer neue Kredite haben die Nachfrage danach angeheizt. Das trieb die Preise nach oben. Es kam also zu einer Inflation von Vermögenstiteln oder Vermögenspreisen, wie es oben Prof. Polleit beschrieb. Das globale Kasino beruht auf Pump. Wenn eine solche Blase platzt, reißt sie auch die Realwirtschaft und die Bevölkerung in den Strudel.

Geldmengen steigen und trotzdem können Preise fallen 

Halten wir kurz fest: Wir haben seit vielen Jahren eine Inflation, da die Geldmengen stark stiegen. Dies führte zu Preissteigerungen bei den Vermögenswerten, auch Asset-Inflation genannt. In Griechenland & Co. liegt die Wirtschaft am Boden, deshalb kam es da zu Preisrückgängen.

Derzeit nimmt in keiner der großen Volkswirtschaften die Geldmenge ab. Im Gegenteil: In den USA wächst die Geldmenge M2 derzeit um etwa sechs Prozent gegenüber dem Vorjahr. Im Euroraum beträgt die Wachstumsrate der Geldmenge M3 etwa 1,5 Prozent, und in GB steigt M4 um mehr als 3 Prozent. Trotzdem befürchtet die EZB eine Deflation und weitet die Geldmenge zusätzlich um weitere 60 Milliarden Euro pro Monat aus. Ist das nicht paradox?

Was aber ist unter „Deflation“ wirklich zu verstehen?

Wenn das Ausweiten der Geldmenge als Inflation bezeichnet wird, dann ist das Schrumpfen der Geldmenge Deflation. Ist mit einem Schrumpfen der Geldmenge im Euroraum zu rechnen? Das ist nicht vorstellbar, da die EZB so viel Geld drucken kann, wie sie will.

Fortsetzung folgt!

Damit sich Anleger vor den Risiken der weltweit ausufernden Verschuldung und ihrer Folgen (Inflation, Kaufkraftverlust und Währungsreform) schützen können, gibt es das Produkt „Strategic Eternal Value“!

Alles über das Rohstoffmanagement  erfahren, hier klicken!

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.