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Viele gute Gründe sprechen für physische Edelmetalle (Fortsetzung)

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Im letzten Blog-Artikel haben wir einen hoch interessanten Aufsatz des amerikanischen Rohstoffanalysten Ted Butler übersetzt und veröffentlicht. Darin erläutert er, warum er die Überzeugung vertrete, dass Silber die am stärksten unterbewertete Vermögensanlage sei.

Warum wurde Silber zur am stärksten unterbewerteten Vermögensanlage?

Silber

Zitat aus seinem Aufsatz: „Wenn es berechtigte Gründe dafür geben würde, warum Silber im Vergleich zu allen anderen Vermögensanlagen so stark unterbewertet ist, würde es jeder verstehen. Aber es gibt sie nicht. Das Beste an der extremen Unterbewertung beim Silber ist, dass der Grund dafür so klar und deutlich ist: Der COMEX-Silbermarkt hat die größte Short-Position unter allen gehandelten Rohstoffen.“

Der Halter einer Short-Position, spekuliert auf fallende Preise. In unserem „modernen“ Finanzzeitalter kann man Vermögenswerte verkaufen, die man gar nicht besitzt. Das nennt man „Leerverkauf“. Das Ziel besteht darin, den leerverkauften Vermögenswert zu  einem niedrigeren Preis zurückzukaufen. Der übliche Vorgang: Kauf und Verkauf wird somit umgedreht: Erst Verkauf, dann Rückkauf.

Wenn mehrere Großbanken Vermögenswerte, die sie nicht besitzen leerverkaufen, drücken sie den Preis. So führt die größte Netto-Short-Position bei einem Rohstoff logischerweise zu fallenden Preisen und möglicherweise sogar zur am stärksten unterbewerteten Vermögensanlage. Das ist offensichtlich mit Silber geschehen und es ist eine gute Nachricht, weil es keine anderen Gründe gibt, warum Silber so preiswert ist. Acht Handelshäuser – allen voran JP Morgan – sind hierfür verantwortlich.

Man könnte der Annahme, dass der  Unterbewertung von Silber, eine hervorragende  Wertsteigerung folgen wird, entgegenhalten, dass JP Morgan und die anderen Großbanken vermutlich in der Lage sein werden, die Kursmanipulation durch weitere Leerverkäufe noch lange aufrechtzuerhalten. Ob das realistisch ist, wollen wir in dieser Ausgabe erörtern:

Die US-Großbank Bear Stearns ging an der Spekulation auf fallende Gold- und Silberpreise im März 2008 pleite!

In diesem und im nächsten Artikel beziehen wir uns noch einmal auf die Recherchen von Ted Butler, der herausgefunden hat, dass die US-Großbank Bear Stearns, die am 17. März 2008 pleite ging, wegen ihrer riesigen Silber- und Gold-Short-Position in Schieflage geriet.

Bear Stearns war bis 2008 der weitaus größte Short-Spekulant im Silber- und Goldmarkt und spekulierte also auf fallende Preise. Die im großen Stil leerverkauften Silber- und Gold-Kontrakte sollten zu niedrigeren Preisen zurückgekauft werden.

Ein Silber-Kontrakt umfasst 5.000 Unzen und ein Gold-Kontrakt 100 Unzen. Auf dem Futures-Markt werden keine Unzen, sondern Kontrakte gehandelt. Ein Silber-Kontrakt hat somit einen Gegenwert von derzeit rund 80.000 Dollar und ein einziger Gold-Kontrakt von rund 120.000 Dollar.

Allerdings ging diese Spekulation auf fallende Preise im ersten Quartal 2008 nicht mehr auf. Durch eine extrem hohe Nachfrage nach physischem Silber und Gold verteuerte sich die Unze Gold im 1. Quartal 2008 um 200 Dollar und die Unze Silber um 7 Dollar. Das bescherte Bear Stearns riesige Verluste und führte am 17. März 2008 zur Quasi-Insolvenz.

Anders als im Herbst 2008, als man Lehman Brothers pleite gehen ließ, verhinderten die amerikanischen Aufsichtsbehörden im Frühjahr 2008, den totalen Kollaps und ordneten an, dass eine andere US-Großbank, JP Morgen, die Geschäfte von Bear Stearns übernehmen sollte/musste/durfte. Für einen Großteil der Bear Stearns-Verluste bürgte die FED – etwa mit 29 Milliarden Dollar.

Bei einem Total-Ausfall von Bear Stearns wäre das weltweite Finanzsystem bedroht gewesen. Nach offiziellen Angaben verursachte die Subprime-Krise Bear Stearns Probleme. Diese exzessiven Leerverkäufe beim Gold und Silber wurden nicht öffentlich gemacht.

Welch ein Zufall: Am 6. März 2008 erreichte der Silberpreis mit 21 Dollar den höchsten Stand seit 28 Jahren und wenige Tage später war Bear Stearns pleite. Folgende Entwicklung brachte Bear Stearns riesige Verluste:  Am 18. Dezember 2007 notierte Silber noch bei 14 Dollar.

Dann setzte über 11 Wochen ein fulminanter Preisanstieg von 50 Prozent ein und trieb die Unze Silber auf 21 Dollar – ein Fiasko für den, der mehrere hundert Millionen Unzen Silber leerverkauft hatte und diese wieder zurückkaufen musste.

JP Morgan übernahm am 17. März 2008 die Geschäfte von Bear Stearns

JP Morgan übernahm Mitte März 2008 Bear Stearns und deren riesige Short-Positionen beim Silber und Gold. Bis zum Herbst 2008 fiel dann der Silberpreis von 21 Dollar auf 9 Dollar zurück. Mit der geballten Finanzkraft der amerikanischen Großbanken musste offensichtlich ein weiterer Preisanstieg beim Silber und Gold unbedingt verhindert werden, weil die riesigen Short-Positionen sonst immer weiter den aufgelaufenen Verlust vergrößert hätten.

Ab Herbst 2008 begann wieder ein Preisanstieg der beiden Metalle, der Ende 2010 abermals das Niveau von 21 Dollar pro Silberunze erreichte. Während dieser Zeit hatte JP Morgan einen großen Teil der COMEX-Short-Position bei deutlichen Kursrückgängen reduziert und bei kräftigen Kursanstiegen wiederum ausgebaut. Manchmal überstieg die Netto-Short-Position JP Morgans dabei 40.000 Kontrakte. Es entspricht über 200 Millionen Unzen. Mit einer solch großen Short-Position kontrollierte die Bank den Silberkurs und strich mit ihrer COMEX-Manipulation bis Ende 2010 stattliche Gewinne ein.

Die steigenden Silberpreise lockten ab Anfang 2011 wieder vermehrt Silberkäufer an. Im Frühjahr 2011 sorgte eine sehr starke Investorennachfrage nach physischem Silber dafür, dass die Silberpreise förmlich explodierten. JP Morgan konnte den Silberpreis nicht mehr durch exzessive Papier-Leerverkäufe an den COMEX kontrollieren. Die Situation im physischen Silbersektor war so angespannt, dass der Kurs einer Unze Silber Ende April 2011 auf etwa 50 Dollar stieg und JP Morgan buchstäblich von einer finanziellen Katastrophe bedroht war, die ihrem Wesen nach jener geglichen hatte, die Bear Stearns drei Jahre zuvor zerbrechen ließ.

Vermutlich konnte JP Morgan im April 2011 nur durch einen initiierten Absturz der Silberkurse aus seiner Bredouille befreit werden. Anfang Mai 2011 kam es dann zu sehr heftigen Kursrückschlägen. Kann man diese initiieren? Ja, wenn man die Aufsichtsbehörden mit in seinem Boot hat.  Wir kommentierten den damaligen Preiseinbruch am Silbermarkt im Mai 2011 wie folgt:

„Die CME (Börse an der die Edelmetall-Futures gehandelt werden) hat innerhalb von nur 7 Tagen die Sicherheitsleistung (Margin) in sage und schreibe 5 Schritten um 170 % erhöht und entlarvt sich so für alle Welt sichtbar als Teil der Silberpreis-Manipulation!

Es sollten diejenigen, die mit Krediten Silber gekauft haben, durch nicht zu erfüllende Margin-Calls aus dem Markt verjagt werden. Wer mit Krediten und zu wenig Eigenkapital Silber gekauft hatte, dürfte mittlerweile mit großen, teilweise auch riesigen Verlusten den Markt verlassen haben. An einzelnen Tagen wurde das Volumen von zwei Welt-Jahres-Produktionen gehandelt.“

Den Groß- und Zentralbanken gelang es also, einen starken Kurssturz beim Silber und Gold auszulösen und die großen Short-Spekulanten, allen voran JP Morgan, entkamen einer potentiellen Finanzkatastrophe epischen Ausmaßes; diese  wäre eingetreten, hätten die großen Short-Spekulanten ihre riesigen Short-Positionen unter Kaufdruck glattstellen müssen.

Fortsetzung folgt in der nächsten Woche!

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