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„Feuer frei!“ für Draghis Geldkanone (Fortsetzung)

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In der letzten Woche haben wir beschrieben, warum eine Deflationsspirale so gefährlich ist: 

“So wie unter normalen Umständen mit einem Überfluss an Geld Inflation und Wirtschaftswachstum entstehen kann, ist die Deflation das Zusammenspiel aus Geldmangel und dadurch immer schwächer werdender Wirtschaft. Die Menschen müssen sparen und fragen deshalb immer weniger Güter nach, weswegen die Produzenten die Preise senken müssen, um an Geld zu kommen. Weil nun aber der Produzent weniger einnimmt, kann er weniger ausgeben und muss Arbeitsplätze abbauen. Durch Arbeitslosigkeit können viele ihre Kredite nicht mehr bedienen und so kommt es zu einer Spirale aus Kreditausfällen, notwendigen Kreditkündigungen und einer immer mehr schrumpfenden Geldmenge, denn über 90% der Geldmenge besteht aus Krediten, und wenn diese ausfallen oder gekündigt werden, bricht das System zusammen.”

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Das Gegenmittel: Investieren!

Nur durch die Auflösung von Sparguthaben und die Vergabe von Krediten, die dann zu Investitionen  in neue Firmen, Geschäfte, Bau, Infrastruktur  u.v.m. führen, kann die Deflationsspirale durchbrochen werden. Das schafft neue Jobs, neue Gehälter und neue Konsumenten.

Kann die EZB unterstützen?

Sie kann das Risiko für potentielle Investoren verringern, indem sie die Zinsen senkt. Wenn aber der Zins schon nahe Null ist, hat die EZB „ihr Pulver verschossen“. Trotz der niedrigen Zinsen vergeben  Banken in den Krisenländern kaum Kredite an Unternehmen und Haushalte. Stattdessen fließt das Geld in vermeintlich „sichere“ Staatsanleihen und an die Aktienmärkte. 

Die EZB will die Banken dazu bringen, mehr Kredite zu vergeben

Vor allem mit Staatsanleihen sind die Portfolios der europäischen Banken gefüllt. Deshalb setzt die EZB da an und will den Banken diese Anleihen abkaufen. Zunächst will sie den Banken für 1,14 Billionen Euro, Anleihen von Staaten und Unternehmen abkaufen. Befreit von den Verlustrisiken, die manche Anleihen mit sich bringen und dann mit viel Geld in der Kasse, sollen die Banken endlich wieder Kredite vergeben und damit die Initialzündung zu neuem Wirtschaftswachstum geben, so der Wunsch der EZB. Dann würden die Preise wieder steigen. Idealerweise nur bis zum Korridor von zwei Prozent – ebenfalls eine Hoffnung der EZB.

Wie wirken die Anleihen-Käufe?

  1.  Durch die Anleihen-Käufe steigen die Kurse der Anleihen. Das bedeutet, dass die Rendite sinkt. Bei niedrigen Zinsen, lohnen sich Investitionen schneller. Allerdings: Die Zinsen sind ja schon niedrig.
  1. Die Anleihen sind vor allem im Bestand der Banken. Kauft die EZB sie auf, hätten die Institute noch mehr Möglichkeiten neue Kredite zu vergeben. Sie könnten also Firmen oder Privatpersonen frisches Geld leihen, das diese wiederum investieren könnten. Allerdings: Die Haushalte und Unternehmen die Geld bräuchten, haben schon zu hohe Schulden, weshalb ihre Bonität für weitere Kredite nicht ausreicht. Zudem stehen viele Banken selbst nicht gut dar, weshalb sie nur sichere Kredite ohne Risiken vergeben wollen, um die eigenen Probleme nicht zu verschärfen.

Wie lange werden diese Anleihen-Käufe durchgeführt? 

Zunächst will die EZB bis September 2016 für 1,14 Billion Euro Schuldscheine einsammeln. Sollte die Teuerungsrate dann noch nicht bei 2 Prozent liegen, will die EZB die Anleihen-Käufe verlängern.

Kann die EZB ihr vermeintliches Ziel mit Anleihe-Käufen erreichen?

  • Die Wirkung auf das Wirtschaftswachstum wird viel geringer als von der EZB erhofft ausfallen. Denn es entscheiden die Banken, ob sie riskante Kredite vergeben wollen oder nicht.
  • Die 1,14 Billionen Euro sind nur der Tropfen auf den heißen Stein. Die FED hat rund 3,5 Billionen Dollar zur Stützung in das amerikanische System pumpen müssen.
  • Die Staatsanleihen, die die EZB den Banken abkaufen will, sind zum Teil hochriskant. Das Risiko wird so wieder einmal vergemeinschaftet und könnte am Ende vor allem den deutschen Steuerzahler belasten.
  • Das frische Geld wird Banken dazu verleiten, an den Börsen zu spekulieren, anstatt Kredite an die Wirtschaft zu vergeben.

Die vielleicht bessere Lösung 

Wesentlich effektiver wäre es, wenn die EZB das Geld direkt der Wirtschaft, also dem Mittelstand zur Verfügung stellen könnte. Leider fehlen dazu gegenwärtig noch die Rahmenbedingungen. Diese könnten sich zukünftig aber ändern, wenn die Banken nicht genug Kredite vergeben, um die Wirtschaft in Schwung zu bringen.

Welche Gefahren entstehen durch die Anleihen-Käufe?

Insgesamt führen die Anleihen-Käufe dazu, dass die Geldmenge steigt. Das heizt die Inflation an und stoppt den weiteren Fall der Preise. Allerdings sind die Anleihen-Käufe nicht ohne Risiko. Denn das viele billige Geld erhöht die Inflationsgefahr. Außerdem können sich gefährliche Blasen auf dem Aktien- und Immobilienmarkt bilden. Denn wegen der niedrigen Zinsen gehen Investoren höhere Risiken ein, um eine auskömmliche Rendite zu erzielen. Weil alle Zentralbanken auf der Welt in die gleiche Richtung arbeiten, um Wachstum und höhere Preise zu generieren, zeichnet sich mittelfristig die Gefahr einer explodierenden Inflation ab.

Sind die Anleihen-Käufe rechtens? 

Draghi’s geldpolitischer Aktionismus steht in deutlichem Widerspruch zum EZB-Mandat, welches die Zentralbank vorrangig zur Führung einer stabilitätsorientierten Geldpolitik verpflichtet. Stattdessen mischt sich die EZB in die Finanzpolitik ein und betreibt auf vertragswidrige Weise Staatsfinanzierung durch die Notenpresse. Bundesbankchef Weidmann hatte sich kürzlich kritisch geäußert und darauf hingewiesen, dass der Generalanwalt beim Europäischen Gerichtshof  klargestellt habe, dass es rechtliche Grenzen für die EZB gäbe. Das bedeutet, die EZB dürfe keine monetäre Staatsfinanzierung und auch keine Wirtschaftspolitik betreiben.

Drei Unternehmer planen derzeit eine Verfassungsbeschwerde gegen die Politik der EZB, da diese  nach Ansicht vieler Fachleute ihr Mandat weit überschreite und letztlich eine Wirtschaftspolitik betreibe, zu der sie nicht legitimiert ist. Das Wahlrecht ist massiv entwertet, wenn Politiker, die in einem Land gewählt wurden, nichts mehr zu entscheiden haben, weil die Wirtschaftspolitik von der EZB gemacht wird. Es ist wichtig, dass der EZB Grenzen aufgezeigt werden, da diese Institution von den Bürgern nicht mit einem Regierungsmandat ausgestattet wurde. Der EZB fehlt nicht nur die demokratische Legitimation, sondern auch die parlamentarische Kontrolle, wenn sie schon widerrechtlich Regierungsgeschäfte betreibt!

Die Enteignung der deutschen Sparer 

Die EZB-Politik trifft insbesondere die deutschen Anleger hart. Ihre 3,6 Billionen Euro Nettovermögen bestehen zum größten Teil ausAltersarmut Bankguthaben. Der zweite große Brocken sind Ansprüche gegenüber Versicherungen. Und  auch hier macht sich die Niedrigzins-Phase bemerkbar. Die Null-Zins-Politik reißt Löcher in die Altersvorsorge der Mittelschicht. Bei einem normalen Zinsniveau, hätten die deutschen Sparer rund 70 Milliarden Euro jährlich mehr zur Verfügung. Das alte Märchen: „Die Deutschen profitieren vom Euro mehr als alle anderen“, ist reinste Volksverdummung. Der Euro vernichtet die private Altersversorgung der Bevölkerung!!! Altersarmut droht!!!

Alternative

Die Zeiten, in denen man sein Geld gegen eine sichere jährliche Zinseinnahme von 7 % bis  9 % verleihen konnte, sind für viele Jahre vorbei. Erträge kann man auf absehbare Zeit nur erzielen, wenn man Risiken eingeht! Am Sichersten von allen infrage kommenden Anlagemöglichkeiten, dürfte der Kauf von Edelmetallen sein.

Wenn wir von der durchschnittlichen jährlichen Geldmengen-Ausweitung das durchschnittlich jährliche Wirtschaftswachstum abziehen, errechnet sich die eigentliche Inflationsrate von rund 7,5 Prozent pro Jahr! Vergleichen wir diese mit der durchschnittlichen jährlichen Wertsteigerung von Gold und Silber in den letzten 20 Jahren, dann fällt auf, dass beide Werte nahezu identisch sind.

Da die Geldmenge auch in den nächsten Jahren stark ausgeweitet werden dürfte und das Wirtschaftswachstum nicht stärker sein wird, als in der Vergangenheit, sollte eine Prognose für die zukünftige Wertentwicklung von Gold und Silber nicht allzu schwierig sein.

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